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Verborgene Wunder von Vilnius: Spazierroute durch die geheimen Zeichen der Stadt — Sehenswürdigkeiten | VisitVilnius.lt
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Verborgene Wunder von Vilnius: Spazierroute durch die geheimen Zeichen der Stadt

Von VisitVilnius Redaktion7 Min. Lesezeit

Vilnius hat noch eine andere Seite — eine kleinere, stillere, in Mauern und Innenhöfen versteckte. Diese Route führt durch 10 kleine Stadtmirakel: Stebuklo plytelė (die Wunderkachel), Lucky Belly (den Glücksbauch), Alumnato drambliukai (die Alumnat-Elefanten), Literatų gatvė (die Literatenstraße), die Užupis-Meerjungfrau und andere. Etwa 1,5–2 Stunden für jene, die genauer hinschauen.

Vilnius kennen wir meist durch seine großen Symbole: die Kathedrale, den Gediminasturm, das Tor der Morgenröte, Užupis oder die Universität Vilnius. Aber es gibt auch ein anderes Vilnius — ein kleineres, stilleres, versteckt in Mauern, Pflastersteinen, Innenhöfen und engen Gassen der Altstadt.

Das ist ein Vilnius, das man nicht nur sehen, sondern finden muss.

Diese Route ist für jene gedacht, die Stadtdetails lieben: kleine Skulpturen, verborgene Zeichen, eigentümliche Reliefs, Symbole der Liebe und des Glücks — Objekte, an denen man dutzende Male vorbeigehen kann, ohne sie je zu bemerken.

Die Route verläuft durch die Altstadt, die Gediminasallee, die Vilniausstraße, die Universitätsgegend, die Literatų gatvė und Užupis. Man kann sie in 1,5–2 Stunden absolvieren, doch am besten nicht hetzen.

Routenrichtung:
Kathedralenplatz → Stebuklo plytelė → S.-Moniuška-Anlage → Dobermanė (Gediminasallee) → Litauische Bracken → Lucky Belly → St.-Johannes-Straße → Universitetsstraße → Alumnat-Innenhof → Literatų gatvė → Užupis-Meerjungfrau → Užupis → Užupis-Katze.

1. Stebuklo plytelė (Wunderkachel): ein kleines Zeichen, mit dem große Wünsche beginnen

Die Wunderkachel Stebuklo plytelė am Kathedralenplatz in Vilnius

Beginnen Sie die Route am Kathedralenplatz. Aber schauen Sie diesmal nicht zuerst zur Kathedrale oder zum Glockenturm. Schauen Sie nach unten.

Zwischen der Kathedrale und dem Glockenturm ist eine kleine Kachel in das Pflaster eingelassen, mit einem Wort: „Stebuklas" (Wunder). Der Tradition nach soll man auf die Kachel treten, sich einen Wunsch denken und sich um die eigene Achse drehen.

Doch diese Kachel ist nicht nur ein spielerisches Stadtritual. Sie ist mit dem Baltischen Weg verbunden — dem historischen Ereignis vom 23. August 1989, als eine Menschenkette Vilnius, Riga und Tallinn verband.

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Tipp: Kommen Sie morgens oder später am Abend, wenn am Kathedralenplatz weniger Besucher sind.

2. Die „Obuoliukas"-Kachel (Äpfelchen): Vilnius' Liebeszeichen in der S.-Moniuška-Anlage

Die Obuoliukas-Kachel — Liebessymbol in der S.-Moniuška-Anlage in Vilnius

Vom Kathedralenplatz gehen Sie in Richtung S.-Moniuška-Anlage. Hier versteckt sich eine kleine Vilnius-Legende — die „Obuoliukas"-Kachel (Äpfelchen), geschaffen vom Bildhauer Gitenis Umbrasas. Sie zeigt Apfel- und Herzsymbole, die an die Begegnung von Adam und Eva im Paradies erinnern.

Wissenswert: Wenn Sie zu zweit reisen, kann dieser Ort zu einem symbolischen Halt auf der Route werden.

3. Dobermanė auf der Gediminasallee: die kleine Wächterin der Allee

Bronzene Dobermann-Skulptur bei Gediminasallee 32A in Vilnius

Von „Obuoliukas" kann man kurz zur Gediminasallee abbiegen. Bei Gediminasallee 32A findet man eine bronzene Dobermann-Skulptur — eines jener Stadtobjekte, an denen eilige Passanten oft vorbeigehen, das aufmerksame Vilniuser aber gut kennen.

Diese Dobermännin sieht aus wie die kleine Wächterin der Allee — sie fügt sich in den alltäglichen Stadtrhythmus ein: Menschen gehen vorbei, Autos fahren durch, jemand hält am Überweg, jemand streichelt ihre Nase.

Die erste Dobermännin wurde 1994 als Diplomarbeit von Svajūnas Kižis geschaffen, die Skulptur wurde später gestohlen, und die heutige Version ist bereits die dritte. Die heutige bronzene Dobermännin wurde vom Bildhauer Eimantas Ludavičius nachgeschaffen.

Tipp: Suchen Sie sie bei Gediminasallee 32A, nahe dem Fußgängerüberweg.

4. Litauische Bracken: im Schatten der Jagdtraditionen am Fuß des Gediminasberg

Skulptur der Litauischen Bracken an der Barboros-Radvilaitė-Straße beim Gediminasberg in Vilnius

An der Barboros-Radvilaitė-Str. 6A, am Fuß des Gediminasbergs, steht eine Skulptur, die leicht zu übersehen, aber schwer zu vergessen ist: die litauischen Bracken. Es sind nicht eine, sondern mehrere Hundefiguren — einer einheimischen Rasse mit tiefen Wurzeln in Litauens Jagdtraditionen.

Die Litauische Bracke ist die älteste in Litauen gezüchtete Jagdhunderasse. Die 2015 aufgestellte Skulptur erinnert daran, dass die Stadt nicht nur architektonische, sondern auch tierische Erinnerung bewahrt — hier ist Platz für jene, die jahrhundertelang neben dem Menschen zogen.

An dieser Stelle ist der Gediminasberg nah, und die Skulptur steht so, als würden die Bracken noch immer auf den heimkehrenden Jäger warten. Dies ist eine der ruhigeren, nachdenklicheren Stationen der Route — kein Ritual, kein Relief, sondern eine schlichte Ehrerbietung.

Tipp: Die Skulptur befindet sich an der Kreuzung Barboros-Radvilaitė-Str. und dem Beginn des Fußwegs auf den Gediminasberg — praktisch mit einem kurzen Aufstieg für den Stadtblick zu verbinden.

5. Lucky Belly (Gluecksbauch) auf der Vilniausstraße: reiben und mit besserer Stimmung weitergehen

Skulptur Lucky Belly (Sėkmės pilvas) auf der Vilniausstraße

Aus der Umgebung der Gediminasallee biegen Sie in Richtung Vilniausstraße ab. Ein Detail suchen Sie an einer Gebäudewand: das ist der „Sėkmės pilvas", oder Lucky Belly (Glücksbauch). Ein kleines Bronzerelief mit einem runden Bauch, den Passanten traditionell reiben — für Glück oder einfach für einen guten Tag.

Vilnius hat viel ernste Geschichte, aber Lucky Belly erinnert daran, dass die Stadt auch verspielt sein kann. Lange Erklärungen braucht es hier nicht: man sieht es, lächelt, reibt und geht weiter.

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Tipp: Suchen Sie ihn an der Wand der Vilniausstraße — es ist ein Wandakzent, keine freistehende Skulptur.

6. Der Laternenzünder (Žibintininkas) in der St.-Johannes-Straße: Erinnerung an eine Stadt, die jemand jeden Abend anzündete

Die Laternenzünder-Skulptur Žibintininkas in der St.-Johannes-Straße in Vilnius

Die Route führt weiter in die Gegend der St.-Johannes-Straße. Hier lohnt es sich, den „Žibintininkas" (Laternenzünder) zu suchen — eine kleine Stadtfigur, die an Zeiten erinnert, als Licht in Vilnius' Straßen nicht von selbst erschien.

Laternenzünder zündeten abends die Stadtlaternen an. Heute klingt das fast märchenhaft, war aber einst ein sehr praktischer Beruf. Diese kleine Skulptur erzählt von der alltäglichen Stadt — von einem Menschen, der dafür sorgte, dass es auf der Straße heller wird.

7. Alumnato drambliukai (Alumnat-Elefanten): ein Schachbrett auf kleinen Stadtschultern

Alumnat-Elefanten mit Schachbrett — Skulptur im Hof der Universitetsstraße in Vilnius

Betritt man den Alumnat-Innenhof (Universitetsstr. 4), wird Vilnius kurz stiller. Vor den Augen öffnet sich ein Altstadthof mit einem der reizvollsten kleinen Stadtobjekte — den Alumnato drambliukai (Alumnat-Elefanten).

Es sind weiße Elefanten, die auf ihren Rücken ein Schachbrett tragen. Sie sehen aus wie ein kleines Stadträtsel: Warum Elefanten, warum Schach? Die Antwort liegt in der Umgebung — in der Nähe befand sich ein Schachklub. Die Skulptur schuf Vytenis Jankūnas.

Diese Station eignet sich besonders für Familien mit Kindern — die Elefanten sind klar und verspielt, und das Schachbrett ermöglicht Gespräche über das Spiel und die alten Stadtgemeinschaften.

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Tipp: Suchen Sie im Hof, nicht an der Hauptfassade des Gebäudes.

8. Literatų gatvė (Literatenstraße): mehr als 200 kleine Kunstwerke an einer Wand

Literatų gatvė in Vilnius — Wand mit Kunstwerken für Schriftsteller und Dichter

Von der Universitetsstraße biegen Sie zur Literatų gatvė ab. Die Wände sind mit Keramik-, Metall- und Glasminiaturen bedeckt, die Schriftstellern, Dichtern und Kulturpersönlichkeiten gewidmet sind. Die Straße hat mehr als 200 Werke.

Man geht an der Wand entlang und liest die Stadt wie ein Buch. Jede Tafel hat ihren Adressaten — eine Stadt der Literatur, der Sprachen und der Erinnerung.

Wissenswert: Wählen Sie 10–15 Werke, die ins Auge fallen, und verweilen Sie länger bei ihnen.

9. Užupio undinėlė (Užupis-Meerjungfrau): ein kleiner Bronzemythos am Fluss Vilnelė

Užupio undinėlė — Bronzeskulptur am Fluss Vilnelė in Vilnius

Von der Literatų gatvė gehen Sie in Richtung Užupis. Beim Betreten dieses Stadtteils verändert sich die Stimmung von Vilnius: hier gibt es mehr Bohème, Kunst und die Nähe des Flusses.

Die Užupio undinėlė (Užupis-Meerjungfrau) — eine kleine Bronzefigur am Fluss Vilnelė, die zu einem der Symbole des Viertels geworden ist. Sie sieht aus, als sei sie einem Flussmärchen entstiegen und beobachte still die Vorbeigehenden. Man muss zu ihr hingehen, sich bücken, den richtigen Winkel finden.

Tipp: Kommen Sie morgens oder vor dem Abend, wenn das Licht weicher ist.

10. Užupio katinas (Užupis-Katze): ein kleines Mutritual auf einem Zaun

Užupis-Katze mit Ohrring — Skulptur auf einem Zaun in der Polocko-Straße in Vilnius

Beenden Sie die Route bei der Užupio katinas (Užupis-Katze) — einer Katze mit Ohrring, die auf einem Zaun sitzt, ein echter Bewohner von Užupis (Polocko-Str. 2).

Es heißt, wer der Katze hinter dem Ohr kratzt, kann sich von Angst befreien. Man tritt heran, berührt sie, lächelt — und fühlt sich vielleicht wirklich ein wenig mutiger.

Sie begannen beim „Stebuklas" am Kathedralenplatz — und durch Liebe, Glück, Jagdhunde, Laternen, Elefanten, Literatur und Flussmythos kamen Sie zu einer Katze, die daran erinnert: Vilnius ist am schönsten, wenn man sich erlaubt, neugierig zu sein.

Alle 10 Routenstationen

  1. Stebuklo plytelė — Zeichen der Wünsche und des Baltischen Weges, Kathedralenplatz
  2. „Obuoliukas"-Kachel — Liebessymbol, S.-Moniuška-Anlage
  3. Dobermanė — kleine Wächterin der Allee (Gediminasallee 32A)
  4. Litauische Bracken — Skulptur der Jagdtradition (Barboros-Radvilaitė-Str. 6A)
  5. Lucky Belly / Sėkmės pilvas — Glücksrelief, Vilniausstraße
  6. Žibintininkas (Laternenzünder) — alter städtischer Lichtberuf, St.-Johannes-Str.
  7. Alumnato drambliukai — Schachbrett auf kleinen Schultern (Universitetsstr. 4)
  8. Literatų gatvė — 200+ Kunstwerke an Wänden
  9. Užupio undinėlė — Bronzemythos an der Vilnelė
  10. Užupio katinas — Mutritual (Polocko-Str. 2)

Man muss nur langsamer gehen. Und genauer hinschauen.

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