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Aufführung „Der barfüßige Domherr“

Drehbuchautorin, Regie – Eglė Tulevičiūtė. Es spielen – Kristijonas Siparis (Domherr J. Tumas-Vaižgantas), Virginija Kuklytė (Hausherrin Emilija). Kostümbildnerin – Inga Šalnienė, Maskenbildnerin – Dalia Jovaišienė. Veranstalter – Theater „Arbatvakariai“, Partner – Maironis-Museum für litauische Literatur, Haus-Museum von Marija und Jurgis Šlapelis, „Filigrania“. Das Drehbuch entstand auf Grundlage literarischer Quellen: „Der unvergessliche Vaižgantas. Erinnerungen, Essays, Briefe“, „Die familiäre Korrespondenz von Juozas Tumas-Vaižgantas“, „Auf kulturellem Weg: Die Briefe von Juozas Tumas-Vaižgantas“, A. Merkelis „Juozas Tumas-Vaižgantas“ sowie den Erzählungen und Einsichten des Literaturwissenschaftlers und Museumsfachmanns Remigijus Jakulevičius. Die Aufführung „Der barfüßige Domherr“ ist einem der bedeutendsten Litauer gewidmet – Juozas Tumas-Vaižgantas (1869–1933). Würde der Schriftsteller, Literaturhistoriker, Kritiker, öffentliche Persönlichkeit, Pädagoge und Domherr J. Tumas-Vaižgantas heute leben, würde er erneut nach „kleinen Diamanten“ suchen – jungen, gesellschaftlich verantwortungsbewussten, für Kunst und Wissenschaft begabten „Rohdiamanten“. In seinem Wunsch, sein Volk, dessen Menschen, ihre Bräuche oder sogar Laster möglichst gut zu verstehen, erkannte er, dass man nicht nur in die Breite, sondern so tief wie möglich blicken muss. Tumas war eine Persönlichkeit von grenzenloser Weitsicht, die ihre Zeit überstieg. Als Priester war er unglaublich liberal und menschlich, er traute Paare ohne Beichte und andere Formalitäten. Deswegen wurde er von der Kirchenleitung mehrfach bestraft und schließlich vorzeitig emeritiert. Vaižgantas selbst schrieb: „Ich bin ein Ultra-Liberaler, Ultra-Progressist, Ultra-Demokrat, Ultra-Patriot, Ultra-Arrogant, Ultra-Faulpelz, Ultra-Individualist, völlig unverbesserlich…“ Kein Wunder also, dass eine so „unverbesserliche“ Persönlichkeit nicht jedem genehm war. J. Tumas – ein universeller Mensch, Priester, Schriftsteller, Lehrer, Journalist, Theaterkritiker, Gesellschaftsaktivist, der die Welt kennt und sie dank seiner Suche und Ausstrahlung mitgestaltet. Sein ganzes Leben lang, in Zeiten des zaristischen Russlands und der polnischen Besatzung, pflegte Vaižgantas das litauische Wort, verbreitete verbotene Presse während seiner Vikariate in verschiedenen litauischen Pfarreien, zog mit seinen inspirierenden Predigten Menschenmassen an und baute später mit eigenen Händen und eigenen Mitteln die Vytautas-Kirche in Kaunas wieder auf. Diese Aufführung überschreitet die Grenzen des klassischen Theaters, verbindet dokumentarische Wirklichkeit und Psychologie mit theatralischer Fiktion in einem authentischen Raum, in dem die meisten historischen Artefakte mit den Händen berührt werden können und ein persönlicher Bezug zur Umgebung erlebbar wird.

Adresas: Marijos ir Jurgio Šlapelių namas-muziejus, Pilies gatvė 40, Vilnius, Vilniaus m. sav., Lietuva

Kaina: nuo 45.00 €

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