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Deva Bartninkaitė | Videokassette

Am Montag, dem 1. Juni, um 18 Uhr laden wir Sie zur Eröffnung der Ausstellung „Videokassette“ von Deva Bartninkaitė im Jonas Mekas Visual Arts Centre (Malūnų g. 8) ein. Wie könnte die Synergie von VHS (Video Home System) und Textilwebtechnologien aussehen? Weben ist eine der ältesten vom Menschen geschaffenen Technologien, die bis heute in funktionaler Verwendung ist. VHS hingegen schoß durch die lange Geschichte der technologischen Evolution wie ein Komet – kaum aufgeleuchtet, hatte es unsere Fantasie begeistert, verschwand bald aus dem aktiven Gebrauch und blieb den meisten nur als sentimentale Erinnerung. Das Wort „Videokassette“ wurde für den Titel des kreativen Masterprojekts von Deva Bartninkaitė nicht zufällig gewählt; es soll der Schlüssel werden, der die Tür zur Synergie dieser Technologien öffnet. Die Videokassette wird nicht nur zum Thema des kreativen Projekts, sondern auch zum Forschungsobjekt: die Videokassette als Materie per se. Da die VHS-Technologie aus dem alltäglichen Gebrauch schwindet, wird dieser Begriff im sprachlichen Diskurs immer seltener gehört und wandert auf den Schrottplatz der Wörter, die ihre semantische Funktion verloren haben. In ihrer theoretischen Forschung stellt die Künstlerin die These auf, dass diesem Begriff durch seine Auffächerung in die Begriffe Bild und Band – die weit mehr mögliche Bedeutungen umfassen – noch immer neue Aktualität eingehaucht werden kann. Durch das Nachdenken über und das Erweitern des Begriffs der Videokassette entfernen wir uns von einer Beschreibung, die ausschließlich auf eine bestimmte Technologie beschränkt ist. Dieser sprachliche Moment der Bedeutungsrecyclung ist nicht nur ästhetisches Spiel, sondern eine der zentralen Methoden der kreativen Praxis. Recycling vollzieht sich hier durch den Einsatz sowohl des Materials (das Magnetband in VHS-Kassetten) als auch des Bildes selbst oder zumindest eines intuitiven Verständnisses davon. Das kreative Projekt zeigt, wie durch die Arbeit auf einem Textilwebstuhl mit dem Magnetband aus ausgedienten VHS-Kassetten das Bild – d. h. Inhalt und Bedeutung – recycelt werden kann, während dieselbe Materie erhalten bleibt. Die Videokassette wird zur Rohstoffquelle und Materie des kreativen Recyclings und verliert dabei ihre ursprüngliche Funktion als Trägermedium für Bild und Ton. Die Webtechnologie eröffnet neue Möglichkeiten, sowohl Informationen in Mustern zu kodieren als auch verschiedene Variationen einer visuellen Oberfläche zu erzielen, die auch mit der visuellen Ästhetik des analogen VHS-Formats korrespondieren. Deva Bartninkaitės kreative Praxis wird konsequent in der Webtechnologie unter Verwendung von VHS-Magnetband weiterentwickelt. Die auf den Bändern gespeicherten Informationen werden unzugänglich, jedoch in ein neues künstlerisches Medium transformiert. Die Ausstellung ist eine Präsentation des Kunstprojekts, das während des Masterstudiums an der Abteilung für Textilkunst und -design der Kunstakademie Vilnius durchgeführt wurde. Betreuerinnen des Kunstprojekts: Doz. Laura Pavilonytė-Ežerskienė und Doz. Danutė Jonkaitytė Betreuer der Forschungsarbeit: Doz. Dr. Jurijus Dobriakovas Grafikdesign: Lukas Stanionis Die Ausstellung ist Teil der Abschlussausstellung der Kunstakademie Vilnius. Die Ausstellung ist bis zum 27. Juni geöffnet.

Adresas: Jono Meko vizualiųjų menų centras

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