Die Prophezeiung des Kanarienvogels (eine dokumentarische Aufführung über Oscar Milosz)
Die Dauer eines Teils beträgt 1 Std. 40 Min. Pause 20 Min. Das Naujasis teatras präsentiert eine dokumentarische Aufführung in 2 abgeschlossenen Teilen über Oscar Milosz, „Die Prophezeiung des Kanarienvogels“ . Die Aufführung enthüllt verschiedene Etappen des Lebens und Schaffens des Dichters, Diplomaten und Mystikers O. Milosz. Teil 1 „Sieben Einsamkeiten“ . Hier haben Sie die Gelegenheit, die Großeltern des Dichters, seine Eltern und sein Leben bis zum 33. Lebensjahr kennenzulernen. Oscar Vladislas de Lubicz Milosz wurde auf dem Gut Čerėja geboren und wuchs dort auf. Nach der Teilung des Großfürstentums Litauen zwischen Russland und Preußen gehörte die Ortschaft zum Russischen Reich (Gouvernement Mogiljow). Heute ist es Belarus (Gebiet Wizebsk). Kindheit und Jugend des Dichters waren schwierig: aus einem alten Adelsgeschlecht des Großfürstentums Litauen stammend, doch in der Kindheit ohne Liebe und Zärtlichkeit, blieb er sein Leben lang einsam. Die Pariser Bohème des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der Alltag der Provinz des zaristischen Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts – all das formte die Persönlichkeit des jungen Dichters, seine Beziehungen zu Menschen, sein schöpferisches und geistiges Suchen. Selbstverständlich können Sie Oscars Verse auf Französisch und Litauisch genießen. Der erste Gedichtband „Le Poème des Décadences“ („Das Gedicht der Dekadenzen“, 1894) ist voller schmerzlicher Gefühle und Symbole der Enttäuschung vom Leben, durchdrungen von Zynismus und dem Ruf des Todes. Im zweiten – „Les Sept Solitudes“ („Sieben Einsamkeiten“, 1906) – vertieft der Dichter noch mehr den schmerzlichen Gedanken an seine Einsamkeit. Der Band birgt die Trauer der ganzen Welt über eine verlorene Kindheit, die Sehnsucht nach einem wahren Zuhause, die Suche nach Sinn und das hoffnungslose Gefühl der Sinnlosigkeit, der Leere des Daseins. Und wie sollte es ohne Liebe sein? Auch sie wird da sein... Wie fand Milosz Gott, obwohl im atheistischen Geist erzogen?.. Welches Ereignis bestimmte den Wunsch des großen Dichters, Geheimnisse zu entschlüsseln und das Flüstern der Seelen der Kanarienvögel zu hören?.. Zu jener Zeit tobt der Erste Weltkrieg, Oscar schreibt weiter Verse und verfasst drei Mysterienspiele. „Das ist wahrhaft außergewöhnliche Schönheit – ich glaube, ich werde ruhig sterben können. Ich schreibe Tag und Nacht, bis fünf oder sechs Uhr morgens, und mittags setze ich mich wieder an den Schreibtisch. Ich esse und schlafe nicht mehr. P.S. Sie wissen, man muss arbeiten.“ All dies und mehr werden Sie, liebe Zuschauer, sehen, wenn Sie kommen. Teil 2 „Ma Lituanie“. „Der Name jenes Landes – Litauen – ergriff meinen Verstand und meine Gefühle. / Ich sehne mich danach, es euch zu offenbaren. / Kommt! Im Geiste führe ich euch in ein fremdes Land, nebelig, tief, raunend…“ Diese Worte des auf Französisch schreibenden litauischen Dichters Oscar Milosz betören wie ein magischer Zauberspruch, ergreifen die Vorstellungskraft und prägen sich lange ein. Milosz, obwohl im polnischen Geist erzogen, betrachtete sich in einem für die litauische Nation schicksalhaften Moment als Litauer und nannte sich öffentlich und überall so. Er sagte: „Ich, ein französischer Dichter, zu Recht oder Unrecht im Ansehen der avantgardistischen Kreise, hoffte, eine nützlichere Arbeit zu leisten, indem ich unter dem bescheidenen litauischen Kreuz blieb.“ In diesem Teil wird das Werk enthüllt, das Oscar Milosz zum Wohle Litauens vollbrachte. Milosz war ein Mensch der Vögel, die Gefiederten fürchteten ihn nicht und fraßen ihm aus der Hand. Es scheint, er spürte in sich die Berufung, nicht nur die Vögel, sondern die ganze Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Oscar war ein Philosoph, ein Metaphysiker, der auch durch die Genauigkeit seiner Prophezeiungen erstaunte. In diesem Teil offenbart sich der mystische Geist des Dichters. Autorin des Drehbuchs und Regisseurin: Šviesa Šulc Regieassistentin: Kristina Grūšelionytė Bühnen- und Kostümbildnerin: Jurgita Jankutė Komponisten: Toma Čepaitė, Laurynas Bertulis. Projektionskünstler: der verstorbene Darius Pečiūra Besetzung: Mathieu Bruyndonckx, Olegas Dlugovskij, Andrius Ivanovas, Rugilė Katilūtė, Joana Kropa, Eglė Strumskytė-Mažeikienė, Šviesa Šulc Besonderer Dank: dem verstorbenen Jonas Laimonas Tapinas , Prof. Dr. Genovaitė Dručkutė, „ Les Amis de Milosz“, dem Litauischen Zentralen Staatsarchiv, der Universität Gent , Martina Jablonskytė, Teresa Rozanovska , Br. P. Arūnas Peškaitis OFM , „Kamanių šilelis“ . ORT: Naujasis teatras, A. Jakšto g. 9, Vilnius. SÜDLICHER EINGANG, Kammersaal, zweite Etage. Tickets für diese Veranstaltung erhalten Sie an allen Vertriebsstellen von Bilietai.lt und an den Kassen des Naujasis teatras in der A. Jakšto g. 9, zweite Etage, Raum 225, nach vorheriger telefonischer Terminabsprache unter +370 602 27321 oder [email protected] . Ermäßigungen gelten für Gruppen ab 10 Personen.
Adresas: Kamerinė salė,
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