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Die Rückkehr des Figurativen als Möglichkeit, dem Anderen zu begegnen. Valentinas Klimašauskas im Gespräch mit Saskia Fischer und Rodrigo Hernández

Am Donnerstag, den 20. August, um 18.30 Uhr lädt das Zentrum für Zeitgenössische Kunst (ŠMC) zu einem Gespräch der Künstler Rodrigo Hernández und Saskia Fischer mit dem Kurator der Ausstellung „Superkleber, oder Einen Freund erschaffen“, Valentinas Klimašauskas, ein. Das Treffen findet im Lesesaal des ŠMC statt. Im Gespräch lernen wir die künstlerischen Praktiken der Künstler kennen und diskutieren neue theoretische, technologische und andere Zugänge, aufgrund derer wir in der zeitgenössischen Kunst in letzter Zeit eine deutliche Rückkehr der Figur beobachten. Die figurative Kunst existiert seit mindestens 50 000 Jahren. Als älteste gelten derzeit die in einer Höhle des indonesischen Archipels gefundenen Zeichnungen von drei menschlichen Figuren und einem Wildschwein. Der heutige Aufschwung der figurativen Kunst lässt sich als Reaktion auf die von der Technologisierung begleitete Unsicherheit, Desinformation, Spekulation, Simulation, Hyperrealität und die Überfülle an Big Data interpretieren. Man kann ihn auch als Versuch verstehen, die Möglichkeiten von Posthumanismus, neuen Materialismen, postkolonialen Perspektiven, Postrobotik, künstlicher Intelligenz und anderen Prozessen zu nutzen. Im Kontext der Ausstellung „Superkleber, oder Einen Freund erschaffen“ sprechen wir darüber, wie die Rückkehr des Figurativen neue Möglichkeiten eröffnet, dem Anderen zu begegnen: mit unterschiedlichen Vorstellungen vom Anderen, mit dem Anderen als posthumanistischer Figur, sowie mit dem Verständnis zeitgenössischer Kunst als etwas letztlich Unerkennbarem, Fremdem. Das Gespräch findet auf Englisch statt. Der Eintritt ist kostenlos und für alle offen. RODRIGO HERNÁNDEZ (geboren in Mexiko-Stadt, Mexiko; lebt und arbeitet in Paris) Hernándezs eigenwilliges visuelles Vokabular lädt dazu ein – ähnlich wie in der Belletristik – die Skepsis für einen Moment beiseitezulegen und sich der Vorstellungskraft zu öffnen. Jede seiner Installationen ist wie ein Rebus konstruiert – aus Poesie, Philosophie, Erzählungen, Träumen. Die zahlreichen historischen und ästhetischen Verweise in Hernándezs Werk sind kein Selbstzweck – sie werden zu einem Experiment der Synthese, in dem sich der Betrachter wie in einem Kosmos der Möglichkeiten orientiert. Die Gemälde, Reliefs, Skulpturen und Installationen des Künstlers funktionieren wie Maschinen, die die Vorstellungskraft trainieren und dazu anregen, Verbindungen zwischen Bildern und ihren Bedeutungen, zwischen Formen und ihren Kontexten zu suchen. Nach seinem Bachelorabschluss an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe studierte Hernández an der Jan-van-Eyck-Akademie in Maastricht. Den gesamten August über absolviert der Künstler eine künstlerische Residenz im Užupis-Kunstinkubator in Vilnius. SASKIA FISCHER (geboren in Stuttgart, Deutschland; lebt und arbeitet in Vilnius und Stuttgart) Die Künstlerin arbeitet in den Bereichen Film, Skulptur, Performance und Interventionen im öffentlichen Raum. In ihrem Werk untersucht sie, wie Identität und Landschaft sich verflechten und wechselwirken. Die natürliche und die vom Menschen geschaffene Umgebung werden in Fischers Werken zur Bühne, zum Archiv und zum Resonanzraum, in dem sich individuelle und kollektive Spuren offenbaren. Zentrale Ausgangspunkte ihrer Arbeit sind Architektur und queerer Feminismus, insbesondere die Sichtbarkeit marginalisierter Körper und Stimmen in der geschaffenen Umgebung. Mithilfe von Fiktion und Materialien wie Glas und Licht schafft die Künstlerin skulpturale Szenarien und filmische Mise-en-scènes, in denen die Landschaft als dynamisches Feld von Übergängen und Spannungen wahrgenommen wird. Fischer studierte Fotografie an der Universität der Künste Folkwang in Essen, Glas, Skulptur und Installation an der Estnischen Kunstakademie in Tallinn und erwarb ihren Master of Fine Arts am Goldsmiths College in London. Kürzlich war sie Stipendiatin des „Weissenhof“-Programms an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wo sie auch an der Kunstfakultät lehrte. VALENTINAS KLIMAŠAUSKAS – Direktor des ŠMC, Kurator und Schriftsteller. Zu seinen bedeutenderen international kuratierten Projekten zählen die 1. Klaipėda-Biennale „Sonnenuntergang alle zwei Jahre“ (2025), der litauische Nationalpavillon auf der Biennale für zeitgenössische Kunst in Venedig (gemeinsam mit João Laia; Künstler: Pakui Hardware und Marija Teresė Rožanskaitė, Litauisches Nationales Kunstmuseum, 2024), das Festival für zeitgenössische Kunst „Coast Contemporary“ auf den Lofoten, Norwegen (2023), die 14. Baltische Triennale „Endlose Kämpfe“ (gemeinsam mit João Laia, ŠMC, Vilnius, 2021), Alexandra Pirićis choreografisches Projekt am Monument des IX. Forts von Kaunas für die Opfer des Nationalsozialismus (2020) sowie der lettische Nationalpavillon auf der Biennale von Venedig (gemeinsam mit Inga Lāce; Einzelausstellung von Daiga Grantiņa „Saules Suns“, 2019). Bei der Veranstaltung kann fotografiert und/oder gefilmt werden. Wir weisen darauf hin,

Adresas: Šiuolaikinio meno centras (ŠMC)

Kaina: Nemokamai

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