Eine Aufführung der Klänge, Düfte und Empfindungen „Mutter der Winde“
Eine Aufführung der Klänge, Düfte und Empfindungen „Mutter der Winde“ für sehbehinderte Menschen oder für jene, die die Welt anders kennenlernen möchten. Das Stalo teatras lädt zu einer Aufführung der Klänge, Düfte und Empfindungen ein, um die Welt anders zu sehen, aus der Perspektive der Dunkelheit, „gesehen“ nicht mit den Augen, sondern mit den anderen Sinnen – mit den Ohren, der Nase, den Fingerspitzen und vor allem – mit dem Herzen. Eine auf einer alten baltischen Sage beruhende Erzählung über den dritten Bruder, der auszog, um sein Glück zu suchen – in der Sage symbolisiert durch ein geliebtes Mädchen oder seine zweite Sonne –, wird von zwei Erzählerinnen erzählt, den Stimmen der Geschichte. Schritt für Schritt, Abenteuer für Abenteuer begeben sie sich gemeinsam mit dem Publikum auf eine Reise voller Magie von Klängen, Düften und Winden, führen sicher über Wiesen und Wälder, setzen über Flüsse, lassen emporschweben und hinab bis in die Tiefen. Doch unter einer Bedingung – auf diese Reise begeben sich die mutigen jungen Zuschauer mit verbundenen Augen. Und sie reisen nicht einfach, sondern berühren, fühlen, erleben, entdecken die Welt in der Dunkelheit. Wodurch unterscheidet sie sich? Wie riecht sie, wie klingt sie? Ist es schwer, sich in ihr zurechtzufinden? Und schließlich – was bedeutet es, blind zu sein? In der Aufführung wirken, wie stets im Stalo teatras, von den Schauspielern geführte Dinge-Objekte. In dieser Aufführung kommen sie direkt aus einer modernen Küche, obwohl ihre Bestimmung auf der Bühne darin besteht, die Figuren der alten baltischen Sage zu „spielen“. Die Zuschauer dürfen sie berühren, beriechen, erraten. Das vielschichtige verbale Gewebe der Erzählung – ein Text, der von sagenhafter Sakralität durchweht ist – wird von den Schöpfern der Aufführung erfinderisch mit fröhlichen und unerwarteten lautmalerischen Kehrreimen bereichert, wie sie für die litauischen sutartinės charakteristisch sind. Der Regisseurin zufolge widmet das Stalo teatras die Aufführung „Mutter der Winde“ sehbehinderten Menschen oder jenen, die die Welt anders kennenlernen möchten. Daher sind Zuschauer im Schulalter eingeladen – Sehende, Sehbehinderte oder gänzlich Nichtsehende. Gemeinsam werden sie erleben, dass die Dunkelheit nicht nur verbergen, sondern auch offenbaren kann, nicht nur leer klingen, sondern auch tönen. Dass in ihr ebenso die Wälder rauschen und die Blumen blühen, Vögel gleiten, Ameisen wuseln, Fische schwimmen, dass sie voll ist von Klängen, Bewegung, Düften und dass es gar nicht beängstigend ist, in ihr zu sein. Regisseurin, Autorin des Drehbuchs, Künstlerin – Saulė Degutytė Schauspielerinnen – Andžela Vitauskaitė, Eliza Bondarenko In der Aufführung erklingen Musikaufnahmen der Komponistin Snieguolė Dikčiūtė Technischer Leiter – Rimantas Šiekštelė Die Erneuerung der Aufführung wird von der Stadtgemeinde Vilnius finanziert Die Premiere der Aufführung fand am 1. Juni 2024 um 12 Uhr im Litauischen Theaterverband statt
Adresas: Lietuvos teatro sąjunga
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