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Gen Z. Alles auf einmal

Die Ausstellung präsentiert zwanzig junge Künstlerinnen und Künstler, die in elf osteuropäischen Ländern leben – einer Region, die nicht durch gemeinsame Erinnerung, sondern durch geerbte Brüche, aufgeschobene Zukünfte und einen ständigen Übergangszustand geprägt ist. Diese Künstler betrachten Geschichte nicht als abgeschlossene Erzählung und versuchen nicht, sie zu lösen. Vielmehr leben sie in einer von Instabilität geprägten Gegenwart. Arbeitsnachrichten, Urlaubs-Selfies, die heißesten Nachrichten des Tages, Kriegsberichte, Online-Shopping – Bereiche, die früher getrennt und oft als unvereinbar galten, verflechten sich heute nahtlos im digitalen Alltag. Wünsche, Angst, Vergnügen, Empathie und Ablenkung existieren auf einem einzigen Bildschirm, oft gleichzeitig. Die Generation Z ist die erste Generation, die von Anfang an unter solchen Bedingungen aufgewachsen ist. Widersprüche erfordern keine Lösung mehr. Was früher unvereinbar schien – Öffentlichkeit und Privatheit, Intimität und Offenheit, Spiel und Angst, Arbeit und Freizeit – ist längst fließend, instabil und miteinander verflochten geworden. Die Gegenwart fungiert als dichtes Feld, in dem verschiedene Impulse, Affekte und Bilder aufeinandertreffen; gleichzeitig wird sie zu einem Zufluchtsort vor einer sich beschleunigenden und ungewissen Zukunft. Indem sie mühelos von einer Rolle, einem Profil und einer Identität zur nächsten wechseln, bewahren diese Künstler die Spannung der Gegensätze, anstatt sie aufzulösen: digitaler und physischer Raum, Materialität und Immaterialität, Verstand und Emotionen, Verletzlichkeit und Kontrolle. Identität ist kein stabiler Kern mehr, sondern eine unendliche Selbstschöpfung in Interaktion mit anderen. Das Selbst ist kollektiv, beziehungsbasiert, eingebettet in Netzwerke der Aufmerksamkeit und des Affekts. Alles auf einmal.

Adresas: MO muziejus

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