
Ein Einakter (1 Stunde 15 Minuten), gespielt auf Russisch mit litauischen Übertiteln.
Jean-Luc Lagarces Stück „Aš buvau namuose ir laukiau, kol ateis lietus“ („J'étais dans ma maison et j'attendais que la pluie vienne“) war das vorletzte Werk des französischen Schauspielers, Regisseurs und Dramatikers. Das 1994, ein Jahr vor seinem Tod an AIDS im Alter von 38 Jahren, verfasste Stück zählt neben „Juste la fin du monde“ (1990) und „Le Pays lointain“ (1995) zu den drei testamentarischen Werken des Autors.
„Aš buvau namuose ir laukiau, kol ateis lietus“ erzählt von fünf Frauen (Schwestern, einer Mutter und einer Großmutter), die jahrelang auf einen Bruder, Sohn und Enkel gewartet haben. Ihr Leben scheint in dieser Zeit stillzustehen, wie erstarrt … Nun ist er zurückgekehrt und liegt in dem Bett, das sie für ihn freigehalten haben. Schläft er? Stirbt er? Wir sehen ihn nie: Ist er wirklich dort, oder ist er nur eine Projektion der Hoffnungen, Ängste, Kränkungen und Erwartungen der Frauen?
„Ich fand es schön, dass das Stück gewissermaßen unvollendet wirkt und mehr Pausen als Handlung enthält. Das eröffnet Raum für Interpretationen und weckt den Wunsch, über das Wesen von Liebe, Aufopferung und Wahrheit nachzudenken. Die Wahl dieses Stücks war völlig intuitiv, ist aber sowohl für mich als auch für Menschen des XXI. Jahrhunderts aktuell. Im Text verbinden sich Tragik, Tiefe und sanfter Humor; das wirkt emotional und eröffnet das weite und komplexe Thema des Wartens.“ (Kotryna Siaurusaitytė)
Ich war zu Hause und wartete, bis der Regen kommt
Ich blickte wie immer zum Himmel,
auf den Weg, der weit, weit fortläuft.
Abends schaue ich immer hinaus, stehe immer abends bis
tief in die Nacht auf der Schwelle und warte, warte …
Ich wartete, bis der Regen kommt und die Erde, die Wege, das Gras befeuchtet
und uns beruhigt.
(Jean-Luc Lagarce, „Aš buvau namuose ir laukiau, kol ateis lietus“. Aus dem Französischen übersetzt von Gintaras Patackas)
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Kotryna Siaurusaitytė gehört zur jüngeren Generation von Regisseurinnen und Regisseuren und schloss ihr Regiestudium ab (Kursleiter: Eimuntas Nekrošius). Nach dem Studium arbeitete sie einige Jahre am Juozas-Miltinis-Dramatheater in Panevėžys und inszenierte dort 4 Stücke: „Gespräche in einer mondhellen Nacht“, „Der Mantel“, „Der kleine Prinz“ und „Die wundersame Reise des Edward Tulane“. Außerdem assistierte sie anderen Regisseuren. Gemeinsam mit Gleichgesinnten zeigte sie im Theater die audiovisuellen Installationen „Stillstand“ und „Labyrinth“. Derzeit arbeitet sie als Regieassistentin am Litauischen Nationaltheater (LNDT).
Die Aufführung findet auf Russisch mit litauischen Übertiteln statt.
Foto: Arvydas Gudas
Datum
24. November 2026
Ort
Naujosios Vilnios kultūros centras
Preis
nuo 16.10 €