melanie bonajo Installation „Fortschritt / Regression“
Die Installation „Fortschritt / Regression“ (2016) von melanie bonajo untersucht, wie technologische Innovationen menschliche Beziehungen beeinflussen. Die digitale Revolution hat älteren Menschen viel abverlangt – durch ihre persönlichen und berührenden Geschichten enthüllt die Installation die Schwierigkeiten der älteren Generation, sich an eine Gesellschaft anzupassen, die ständig nach Fortschritt und Geschwindigkeit strebt. Das Werk analysiert, wie sich mit dem technologischen Fortschritt die Einstellung zu Arbeit, Zeit, Geld und Emotionen ändert und wie dies die Wahrnehmung älterer Menschen beeinflusst – sie werden oft als wirtschaftlich unproduktiv angesehen und bleiben daher am Rande der Gesellschaft, selten im öffentlichen Leben oder in der visuellen Kultur sichtbar. Das spielerisch humorvolle und experimentelle Werk lädt dazu ein, die Sichtweise auf ältere Menschen zu ändern und die eigene Beziehung zum rasanten technologischen Fortschritt und zur Informationsangst zu überdenken sowie deren Auswirkungen auf den heutigen Menschen zu bewerten. melanie bonajo* sind Künstler*innen, Filmemacher*innen und Aktivist*innen, deren Werke den Zustand des modernen Menschen, die schwindende Nähe und die Isolation in einer technisierten Welt erforschen. Sie schlagen alternative, nicht-konsumorientierte Wege der Verbindung, Intimität und Gefühlserforschung vor. Oft konzentrieren sie sich auf soziale Randgruppen und betonen die Bedeutung von Gemeinschaft, Gleichheit und Körperpolitik. melanie bonajo vertrat die Niederlande auf der 59. Biennale von Venedig im Jahr 2022, und ihre Arbeiten wurden in Institutionen wie dem Palais de Tokyo in Paris, dem Stedelijk Museum in Amsterdam, dem Haus der Kunst in München und der Tate Modern in London präsentiert. * In Anbetracht der von melanie bonajo gewählten geschlechtsneutralen Pronomen „they/their“ wird im Litauischen über die Künstler*innen die Pluralform „jie/jos“ verwendet. Die Kleinschreibung des Namens ist eine bewusste Geste der Künstler*innen, die sprachliche Normen hinterfragt und die Vorherrschaft der persönlichen Identität und Gemeinschaft über institutionelle Regeln – die Ablehnung von Großbuchstaben als Symbol für Macht und Individualismus. Mehr über die Installation: https://mo.lt/ivykiai/melanie-bonajo/
Adresas: MO muziejus
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