Rasa Justaitė-Gecevičienė | TOXISCHER GARTEN |
Bis zum 10. Juli ist in der VDA-Galerie „Artifex“ (Gaono g. 1, Vilnius) die Einzelausstellung „Toxischer Garten“ von Rasa Justaitė-Gecevičienė zu sehen. Ein Keramik- / lebendes Labor mit modifizierten Objekten. // Einer der Hauptaspekte meines Schaffens ist die Synthese von Biologie und Kunst, doch in diesem Projekt nimmt sie eine philosophischere Note an. Toxische Pflanzen sind in diesem Kontext keine reinen biologischen Objekte. Giftigkeit wird hier nicht nur als chemische Eigenschaft, sondern auch als kultureller und emotionaler Zustand verstanden. Ich arbeite ständig mit Gipsformen, die ich von echten Pflanzen und verschiedenen Gegenständen abnehme. Ich gieße die Gipsformen, damit wir die Oberfläche der Pflanze und ihre Textur deutlich sehen können. Später wende ich Tonstempel- und Gießtechniken mit verschiedenen Tonmassen an, und die geformten und multiplizierten Objekte verwandeln sich in neue Pflanzen und Landschaften. Dieser Prozess erinnert an Konservierung – als würde ich die Zeit anhalten und die Oberfläche, Textur und Wachstumsspuren bewahren. In diesem kreativen und technologischen Prozess sind die Geschichten der Pflanzen – woher und wie sie zu mir kamen – nicht weniger wichtig. Freunde haben mir Monstera-Früchte aus Indien mitgebracht, da diese Pflanzen in unserer Klimazone keine Früchte tragen, sondern nur beeindruckende Blätter. Magnolienfrüchte kamen aus den Gärten Roms. Ein Brokkoli, den ich in meinem eigenen Garten anbauen konnte (nur ein einziger!). Eine Artischocke aus dem Laden, die ich so lange ausgesucht habe, dass die Leute um mich herum nach Rezepten fragten. Ich musste gestehen – mich interessierte nur die Form, nicht die Kochkunst. Ich mag es sehr, dass manche Früchte Tiernamen tragen – wie zum Beispiel die Schlangenfrucht oder die Drachenfrucht. Doch indem ich Formen in Ton kopiere und vervielfältige, erschaffe ich keine natürlichen Pflanzen mehr, sondern deren Mutationen – neue Organismen, geboren aus Erinnerung und Materie. Auf diese Weise wird der Garten zu einem künstlichen Ökosystem, in dem sich Natürlichkeit und Künstlichkeit verflechten und Toxizität sowohl biologischer als auch ideeller Natur sein kann. Einige keramische Objekte werden in Glaszylinder platziert, die an Labor
Adresas: VDA galerija
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