
Regie: Oskaras Koršunovas
Bühnenbild: Gintaras Makarevičius
Kostüme: Agnė Kuzmickaitė
Komposition: Antanas Jasenka
Licht: Eugenijus Sabaliauskas
Video: Rimas Sakalauskas
Dramaturgie: Goda Simonaitytė
Choreografie: Vesta Rasa Grabštaitė
Regieassistenz: Tauras Čižas
Aus dem Norwegischen übersetzt von: Eglė Išganaitytė
Es spielen: Donatas Želvys, Valentinas Novopolskis, Neringa Varnelytė, Aldona Bendoriūtė, Andrius Bialobžeskis, Sergejus Ivanovas, Vytautas Anužis, Valerijus Jevsejevas, Gintautė Rusteikaitė, Nerijus Gadliauskas, Ignas Ciplijauskas, Karolis Kasperavičius
Diese von Oskaras Koršunovas inszenierte Umsetzung von H. Ibsens Drama setzt die konsequente Repertoirestrategie des Staatlichen Jugendtheaters fort. Bei der Auseinandersetzung mit dem modernen Menschen und psychologischen sowie philosophischen Themen, die ihn beschäftigen, wendet sich das Theater bedeutenden und komplexen Texten der Weltliteratur und Dramatik zu.
H. Ibsens Stück „Laukinė antis“ erzählt von der Familie Ekdal, deren scheinbar glücklicher Alltag durch einen Besucher aus der Vergangenheit gestört wird. Gregers Werle, der sich vorgenommen hat, um jeden Preis die Wahrheit zu sagen, enthüllt den Gastgebern bestimmte Geheimnisse aus der Vergangenheit jedes Einzelnen und zerstört die Illusion einer glücklichen Familie und eines glücklichen Zuhauses. Gregers ist fest davon überzeugt, die Wahrheit zu bringen, und löst damit eine Familientragödie aus. Die genesende Wildente auf dem Dachboden der Ekdals wird zum Symbol dieser Familie, die angeblich in Illusion und Lüge gefangen ist.
Diese Bühnenfassung der Wildente ist nicht nur die Rückkehr des Jugendtheaters zu den Themen und zur Philosophie von Ibsens Dramen, die dort mehrfach interpretiert wurden, sondern auch O. Koršunovas symbolischer Versuch, erneut in das vertraute dramatische Material einzutauchen. Zugleich kehrt der Regisseur an das Theater zurück, an dem vor mehr als 35 Jahren sein professionelles Bühnendebüt Hier sein (Exazerbationen) eine Heimat fand.
Regisseur O. Koršunovas: Je mehr die Welt aus den Fugen gerät, desto deutlicher wird die Kluft zwischen Wahrheit und Gerechtigkeit. Je mehr „Besserwisser“ auftreten, desto weniger Gerechtigkeit bleibt. Wenn Post-Wahrheit oder Propaganda die Wahrheit ersetzt, Ideologien über Gerechtigkeit bestimmen, Wahrheit in sozialen Netzwerken verstrickt und Gerechtigkeit durch Likes und Algorithmen ausgeübt wird, ist es höchste Zeit, dass sich das Theater der Moral zuwendet. Und über sie so spricht, wie nur das Theater es kann: mit größtem Perfektionismus, emotionaler Reinheit und intellektueller Klarheit. Ich sehe kein geeigneteres Stück als Ibsens „Laukinė antis“. Man muss es nur in der Gegenwart ansiedeln, damit die moralische Spannung des Stücks in den Worten und Zeichen unserer Zeit widerhallt.
Premiere: 1. Oktober 2025
Datum
25. September 2026
Ort
Valstybinis jaunimo teatras, Vilnius